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17. Juni 1953
steht für die erste Massenerhebung in der DDR, die unterschiedliche Motive miteinander verband, unter anderem der Protest gegen Erhöhungen der Arbeitsnormen und die schlechte Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs mit Forderungen nach mehr Demokratie und freien Wahlen. Der Protest von der sowjetischen Armee gewaltsam niedergeschlagen. Dabei wurden 34 Demonstrant*innen und Unbeteiligte*innen sowie 5 Angehörige von Sicherheitsorganen getötet.

ABM
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren zu Zeiten hoher Arbeitslosigkeit insbesondere in den 1990er von der Arbeitsagentur bzw. deren Vorgänger-Behörden bezuschusste Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich, um Arbeitslosen bei der Wiedereingliederung in eine Beschäftigung zu helfen oder ein Einkommen zu sichern.

Arbeiterclubs
in der DDR wurden etwa 2.000 Kulturhäuser und sogenannte Arbeiterclubs erbaut bzw. in bestehenden Bauten eingerichtet. Sie waren kultureller Treffpunkt für Bürger*innen.

Arbeiterklasse
Steht mit Berufung auf Theorien von Karl Marx etwa gleichbedeutend für Proletariat, mit dem Typ des klassischen Industriearbeiters als Muster. Die SED begründete ihren Machtanspruch damit im Namen der Arbeiterklasse (und Bauern) zu herrschen.

Bausoldat
Der Dienst als Bausoldat bot den DDR-Bürgern eine Möglichkeit. Es war kein ziviler Wehrersatzdienst, sondern ein Dienst in einer besondere Einheit der Armee. Der Dienst als Bausoldat konnte nachteilige Auswirkungen auf Ausbildungs-, Studiums- und Aufstiegschancen haben.

Betriebsrat
ist eine von den Arbeitnehmer*innen gewählte Interessenvertretung. Er hat die Aufgabe, sich für die Interessen der Beschäftigten im Betrieb einzusetzen. Der Betriebsrat hat weitgehende Mitbestimmungsrechte beim betrieblichen Arbeitsalltag.

DDR
Deutsche Demokratische Republik wurde am 7.10.1949 gegründet und trat am 3.10.1990 dem Gebiet der BRD bei. Sie entstand aus der sowjetischen Besatzungszone nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus.

DGB
Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften in Deutschland.

DM
Die Deutsche Mark war ab 1949 Zahlungsmittel der Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 löste sie die Mark der DDR ab.

FDGB
Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) war der Dachverband der etwa 15 Einzelgewerkschaften in der DDR. Den meisten Bürger*innen war der FDGB als ein Urlaubsdienst bekannt.

FDJ
Freie Deutsche Jugend - war die staatlich anerkannte Jugendorganisation in der DDR.

Kombinat
War ein Zusammenschluss von produktionsmäßig eng zusammenarbeitenden Industriebetrieben zu einem Großbetrieb in sozialistischen Staaten. Das Kombinat in sozialistischen Staaten bildete das Pendant zum Konzern in kapitalistischen Staaten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat

LPG
Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft war der Zusammenschluss von Bäuer*innen und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zu größeren Produktionsgenossenschaften in der DDR. Der Zusammenschluss erfolgte ab 1952 und erfolgte teil freiwillig, teils unter Zwang.

Mauerbau
Der Bau der Berliner Mauer begann am 13. August 1961. Seit 1952 baute die DDR die deutsch-deutsche Grenzanlagen immer stärker aus, um die Flucht von DDR-Bürger*innen in die BRD zu unterbinden. Den letzten noch offenen Weg über Westberlin verschloss im August 1961 die Berliner Mauer.

MfS
Das Ministerium für Staatssicherheit, auch Stasi genannt, war die Geheimpolizei und der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR. Zum MfS gehörten 1989 91.000 hauptamtliche und 189.000 inoffizielle Mitarbeiter*innen. Von etwa. 4 Mio. Bürger*innen aus der DDR und 2 Mio. aus der BRD gab es Akten des MfS.

Neoliberalismus/Thatcherismus/Marktradikalismus
sind Formen der Wirtschaftsordnung, die auf eine Stärkung der „Kräfte des Marktes“ und den Rückzug des Staates aus möglichst vielen Bereichen setzen. Sie beinhalten, die Kürzung staatlicher Ausgaben, Steuersenkungen als Anreiz für Konsum und Investitionen; Deregulierung des Arbeits- und Finanzmarktes und die Privatisierung staatlicher Versorgungsbetriebe, z.B. Post, Bahn, Wasserversorgung.

Planwirtschaft
ist eine Wirtschaftsordnung, die auch als Zentralverwaltungswirtschaft bezeichnet wird und in der DDR praktiziert wurde. Alle Prozesse der Volkswirtschaft sollten darin planmäßig und zentral gesteuert werden.

POS
Die polytechnische Oberschule ist eine Form der Gemeinschaftsschule, die in der DDR von der 1. bis zur 10. Klasse reichte.

Privatisierung
bezeichnet die Umwandlung von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum bzw. die Verlagerung von staatlichen Aktivitäten in die Privatwirtschaft.

Runder Tisch (für Arbeit)
angelehnt an die legendäre Tafelrunde von König Artus entstanden ab1989 Runde Tische, um in einem Dialogformat gleichberechtigt mit Vertreter*innen verschiedener Interessengruppen Lösungen zu erarbeiten und Kompromisse zu finden. Bei Runden Tisch für Arbeit ging es mit Vertreter*innen von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeber*innen um die Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit.

SED
Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands entstand 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands aus der Vereinigung von SPD und KPD, die zum Teil unter Zwang erfolgte. Sie wurde Staatspartei der DDR. In der Verfassung der DDR war seit 1968 der Führungsanspruch der SED festgeschrieben, der sich Organe der Legislative, Exekutive und Judikative erstreckte.

Solidarność

ist der Name einer polnischen Gewerkschaft, die 1980 aus einer Streikbewegung heraus entstand und an der Revolution und Reform 1989 in Polen entscheidend mitwirkte.


https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarność


Treuhandanstalt

bekam 1990 die Aufgabe, volkseigene Betriebe der DDR zu privatisieren oder still zu legen.


Vertragsarbeiter*innen

wurden in der DDR ab den 1960er Jahren ausländische Arbeitskräfte und Auszubildende genannt, die als Verstärkung in unterbesetzten Arbeitsbereichen arbeiteten.  Sie lebten zeitlich befristet und ohne Integrationsabsicht als Gastarbeiter*innen in speparaten Wohnheimen. Der Nachzug von Familienangehörigen war ausgeschlossen. Nach Ablauf der vertraglichen Frist mussten die Vertragsarbeiter*innen in der Regel die DDR verlassen und in ihr Herkunftsland zurückkehren.


Wende

In seiner ersten Rede als Nachfolger Erich Honeckers gebrauchte Egon Krenz den Begriff ”Wende in die DDR-Politik”. In diesem Zusammenhang steht “Wende” für die Endphase der DDR.